Master Psychologie Uni Hamburg

Die Universität Hamburg hat ihre Zulassungsvoraussetzungen für ein Studium der Psychologie im Master geändert. Statt die Bewerber bei zu wenigen Studienplätzen – und dies dürfte im Fach Psychologie regelmäßig der Fall sein – anhand der Bachelorabschlussnote in Psychologie in eine Rangreihe zu bringen, wird nun anhand des Mittelwerts aus Bachelorabschlussnote und Abiturnote selektiert.

Es ist bekannt, dass insbesondere etwa in der Biologie und der Psychologie die Abschlussnoten immer besser werden. Man spricht hier auch von einer inflationären Notenvergabe. Daher erweist es sich als unmöglich, anhand der Bachelorabschlussnote sinnvoll zu selektieren.

In der Folge erscheint es nur logisch, zur Auswahl geeigneter Studierender erneut auf die Abiturnote zurückzugreifen (Numerus Cluasus, NC). Immerhin erweist sich die Abiturnote als bester Prädiktor für Studienerfolg. Dennoch sollte man annehmen, dass sich die Abschlussnote im Bachelor Psychologie beziehungsweise Noten in Zwischenprüfungen für das Fortkommen im selben Fach als aussagekräftiger erweist. Hat man nun doch schon unter Beweis gestellt, dass das Fach Psychologie das richtige Studienfach für sich darstellt. Anders sollten die guten Studiennoten nicht zustande kommen können. Oder?

Ist dies tatsächlich nicht der Fall? Ist es tatsächlich etwa so, dass Bachelorabschlüsse unterschiedlicher Universitäten keinen einheitlichen Ausbildungsstandard repräsentieren? Erreichen denn Studierende, die NC-frei studieren, tatsächlich regelmäßig schlechtere Abschlüsse? In jedem Falle dürfte klar sein, dass Studierenden von Universitäten und Fachhochschulen, die ein NC-freies Studium anbieten, hier regelmäßig ins Abseits geraten werden. Denn diese Studierenden haben ihr NC-freies Studium in der Regel nicht gewählt, um an einer besonders attraktiven Universität zu studieren, sondern schlicht, da es ihnen an der entsprechenden Abiturnote mangelt.

Diese Studierenden werden mit Blick auf die inflationäre Notenvergabe in der Psychologie regelmäßig mit ähnlich guten Bachelornoten ihre Bewerbungen antreten, wie Studierende von staatlichen Universitäten, deren Studium der NC zugrunde liegt. Wird nun die Abiturnote zur Rangreihenbildung in die Vergabe von Masterstudienplätzen einbezogen, werden diese Studierenden zwangsläufig seltener einen Studienplatz bekommen.

Der Außenstehende muss sich an dieser Stelle fragen, ob dies etwas mit dem massiven Anwachsen von Studierendenzahlen im Fach Psychologie an privaten Universitäten in Hamburg zu tun hat. Des Weiteren stellt sich die Frage, unter welchen Bedingungen Studierende mit schlechteren Abiturnoten überhaupt ebenso gute Leistungen im Studium erbringen können, wie Studierende mit Einserabitur.

Abinote, Bachelornote, Vergleichbarkeit von Studienleistungen, inflationäre Notenvergabe – es passt halt nicht ganz zusammen. Stellt dies einen Versuch der Universität Hamburg dar, den Ausbildungsstandard im Fach Psychologie zu sichern? Oder möchte die Universität Hamburg ihren eigenen Bachelorabsolventen und -absolventinnen die Möglichkeit geben, auch im Master weiter in Hamburg studieren zu können? Oder sind diejenigen, die sich mit den besten Bachelorabschlüssen bewerben, einfach nicht die Besten? Weshalb wird hier also zwischen sehr guter Bachelorleistung mit und ohne sehr gute Abiturnote unterschieden?

Informieren Sie sich hier über die veränderten Zulassungen zum Masterstudium Psychologie an der Universität Hamburg:

https://www.uni-hamburg.de/campuscenter/studienorganisation/ordnungen-satzungen/auswahlsatzungen/auswahlsatzungen/pb/48-pb-auswahl-20170412.pdf

Lesen sie hier einen Artikel zur kriterienorientierten Leistungsmessung.

Lars Tischler

Noten im Psychologiestudium zu gut?

Finden Sie hier einige Links mit Bezug auf eine jüngst im Springer-Verlag publizierte Forschungsarbeit von Volker Müller-Benedict und Gerd Grözinger zu einer inflationären Vergabe von (zu?) guten Noten an Deutschlands Hochschulen.

spiegel.de – Wenn eine 2.0 zu Tränen führt

Universität Flensburg – Die Inflation guter Examensnoten

welt.de – Einsen für alle? Forscher warnen deutsche Unis vor Noteninflation

lesen Sie hierzu auch zur kriterienorientierten Leistungsmessungen Details zur Notenvergabe im Psychologiestudium an der Universität Hamburg.

Viel Spaß bei der Lektüre!

Lars Tischler

Workshop in Starnberg am 30.07.2017

Am 30.07.2017 hält Lars Tischler einen ganztägigen Workshop zum Thema Störungen der visuellen Informationsverarbeitung und ihre Bedeutung für Legasthenie und Dyskalkulie – Diagnostik, Therapiemethoden und Materialien im Hause Wege für Kinder am Starnberger See.

Melden Sie sich möglichst frühzeitig an. Der BVL-zertifizierte Kurs findet bereits zum fünften Mal statt und ist regelmäßig stark gebucht. Hier können Sie Informationen bei Wege für Kinder anfordern.

Wir sehen uns bei Frau Annette Rosenlehner-Mangstl in der Uhdestraße im schönen Starnberg.

Frostigs Entwicklungstest der visuellen Wahrnehmung 3 FEW-2 FEW-3 Büttner Hasselhorn

Frostigs Entwicklungstest der visuellen Wahrnehmung – FEW bis FEW 3

Voraussichtlich in der September-Ausgabe von praxis ergotherapie im verlag modernes lernen wird der Artikel Frostigs Entwicklungstest der visuellen Wahrnehmung – FEW in der Theorie und in der Praxis (Tischler, L., Dymke, S. & Knabe, N.) erscheinen:

Abstract

Die bekannte und kommerziell erfolgreiche Reihe der Frostig-Tests zur Entwicklung der visuellen Wahrnehmung (FEW, engl. DTVP) war 1961 angetreten sowohl zu selekti­ons- als auch zu modifikations­diagnostischen Zwe­cken. Die einzelnen Subtests sollten distinkte Wahrnehmungstypen erfassen und für eine spezifische Behandlung von visuellen Wahrnehmungs­störungen nutzbar machen. Statistische Untersuchungen haben jedoch seit den 1960er Jah­ren immer wieder einwandfrei belegt, dass der FEW dem Anspruch an ein differenzialdiagnostisches Förderdiagnostikum nicht gerecht werden kann. In der zweiten Auflage (FEW-2/DTVP-2) wurde dieser Anspruch entsprechend fallen gelas­sen. Dennoch wurde die Anzahl der Subtest von fünf auf acht erhöht, wobei allein vier Subtests den angenommenen Wahr­nehmungstyp Formkonstanz erfassen. 2013 ist bereits der DTVP-3 in englischer Sprache erschienen. Er erweist sich mit fünf Sub­tests als we­niger umfangreich. Allerdings halten die Autoren weiterhin an einer Konzeptualisierung der visuel­len Wahr­nehmung fest, die seit nunmehr 55 Jahren konsequent die Erkenntnisse der Allgemei­nen Psychologie, Neurobiologie und Neuropsychologie ignoriert. Dabei wird weiterhin eine diagnos­tische Differenziertheit beworben, die den tatsächlichen Einsatzbereichen des DTVP-3 nicht ent­spricht und nach Maßgabe der Testautoren gar nicht entsprechen soll. Die Tests sind zur Pla­nung oder Begründung einer Therapie der visuellen Wahrnehmung weder vorgesehen noch geeig­net. Ein FEW sollte ausschließlich selektionsstrategische Verwen­dung finden, erweist sich hierzu jedoch eindeutig als zu umfangreich.

Tischler, L., Dymke, S. & Knabe, N. (im Druck). Frostigs Entwicklungstest der visuellen Wahrnehmung – FEW in der Theorie und in der Praxis. praxis ergotherapie.

researchgate.net

Figur-Grund-Unterscheidung

Aus Spaß an der Freud hier ein kleines Beispiel für Figur-Grund-Wahrnehmung. Sie sehen in großen, hellen Buchstaben das Wort Grund. Darin ist in kleinen, dunklen Buchstaben das Wort Figur enthalten.

Figur-Grund_Lars-Tischler_1

Sehen Sie hier nun ein kleines Rätsel, dass Ihnen zeigen soll, wie reizgesteuerte Informationsverarbeitung zu einem Konzept führen kann, das anschließend das Wahrnehmungserlebnis dominiert.

Was sehen Sie?

Figur-Grund_Lars-Tischler_2

Drehen Sie die Abbildung um 180°, dann erkennen Sie womöglich recht schnell den Kopf eines Rindes in frontaler Ansicht.

Figur-Grund_Lars Tischler_3

Muuuuh!
Frostigs Entwicklungstest der visuellen Wahrnehmung 3 FEW-2 FEW-3 Büttner Hasselhorn

Vortragsfolien 19. Bundeskongress BVL in Würzburg – Visuelle Wahrnehmung

Schauen Sie sich hier die Vortragsfolien zur visuellen Wahrnehmung von Lars Tischler zum 19. Bundeskongress des BVL in Würzburg an: Danke, es hat Spaß gemacht!

Auf den Folien finden Sie viele Links zu Artikeln und weiterführenden Informationen zum Thema. Viel Spaß!

FEW-3-Lars-Tischler

BVL-Lars-Tischler-2017

Frostigs Entwicklungstest der visuellen Wahrnehmung 3 FEW-2 FEW-3 Büttner Hasselhorn